Dünndarm-Manometrie
Prinzip: Messung von Bewegungsabläufen im Magenantrum und Dünndarm
Indikationen
V.a. chronische intestinale Pseudoobstruction (abgekürzt CIPO) d.h. rezivierende Ileuszustände ohne Nachweis eines mechanischen HindernissesBeteiligung des Dünndarmes an einer Systemerkrankung wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), einer Kollagenose (wie Sklerodermie oder Amyloidose) oder einer Myositis
Vorbereitung
Ausschluss einer organischen Erkrankung des Magen-Darm-Traktes insbes. einer Stenose des Dünn- oder Dickdarmes
Durchführung der H2-Atemteste auf Zuckerunverträglichkeit (insbes. Laktose)
Messung der Transitzeiten von Dünn- und Dickdarm
Durchführung des Teste auf kardiale autonome Neuropathie
Messung der Magenentleerung
Methodik
Ein Plastikkatheter mit mehreren definierten Messpunkten wird durch Nase und Pylorus unter Röntgenkontrolle mit der Spitze in das Jejunum vorgeschoben. In schwierigen Fälle geschieht dies unter Zuhilfenahme eines Endoskops. Man kann entweder wasserperfundierte Messkatheter (sog. Arndorfer-System) oder elektronische Transducer benutzen, die in den Plastikkatheter eingearbeitet sind. Bei Benutzung elektronischer Transducer ist eine Messung über 24 Stunden möglich. Bei Benutzung wasserperfundierter Messkatheter dauert die Untersuchung 8 Stunden (6 Std. Nüchternperiode plus 2 Std. postprandiale Messung) Manometriekather). Ausgewertet wird die Nüchternperiode und die Reaktion des Dünndarmes auf Mahlzeit. Wichtig für die Auswertung sind zwei Kriterien: Nachweis von migrierenden Motorkomplexen (sog. MMC) in der Nüchternperiode und eines typischen postprandialen Motilitätsmusters.



