Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie

Patienteninfo

 

 

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,

die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie begrüßt Sie ganz herzlich auf ihrer Internetseite. Diese Darstellung soll Ihnen helfen, sich umfangreich über das therapeutische Angebot unserer Klinik zu informieren. Umfassend informiert zu sein ist eine wichtige Voraussetzung, um sich vertrauensvoll in ärztliche Behandlung begeben zu können, und nachfolgend aufgeführte Hinweise sollen Ihnen diesbezüglich eine Hilfestellung sein. Sollten Sie mit Form und Inhalt dieser Information nicht zurecht kommen, zögern Sie bitte nicht uns dies per e-mail oder auch per Telefon mitzuteilen.

Zu Anfang noch eine begriffliche Klarstellung, die für den medizinischen Laien wichtig ist. Mit der Viszeralchirurgie ist die Chirurgie der Bauchorgane gemeint, die in unserem Leistungsspektrum einen herausragenden Stellenwert hat. Wir bieten Operationen in folgenden Organgebieten an (beispielhaft sind die häufigsten Erkrankungen aufgeführt):

1. Oberer Verdauungstrakt 


  a. Speiseröhre
    I  Divertikel (Aussackungen)
    II  Sodbrennen
    III  Gutartige und bösartige Tumore

  b. Magen
    I  Gut- und bösartige Erkrankungen des Magens
    II  Notfalleingriffe bei durchgebrochenen oder blutenden Magengeschwüren

  c. Zwölffingerdarm
    I  Notfalleingriffe bei durchgebrochenen oder blutenden Zwölffingergeschwüren
    II  Seltene Tumoren im Zwölffingerdarm


        
2. Unterer Verdauungstrakt
 

 a. Dünndarm
    I  Akute und chronische Darmverschlüsse
    II  Gut- und bösartige Tumore
    III  Chronisch entzündliche Darmerkrankung (z. B. M. Crohn)
       
  b. Dickdarm
    I  Blinddarmentzündung
    II  Divertikulose (Aussackungen des Dickdarms mit Neigung zu wiederkehrenden Entzündungen oder Blutungen)
    III  Polypen, die durch Darmspiegelung nicht abgetragen werden können
    IV  Chronisch entzündliche Darmerkrankung (Colitis ulcerosa und M. Crohn)
    V  Bösartige Tumore


  c. Mastdarm
    I  Gut- und bösartige Tumore


  d. After und Schließmuskel
    I  Hämorrhoiden
    II  Abszesse
    III  Fisteln
    IV  Inkontinenz


3. Leber und Gallenwegsystem


  a. Gutartige Tumore
    I  z. B. Blutschwamm, Leberadenom 
 

  b. bösartige Tumore 
    I  primäres Karzinom der Leber
    II  Karzinome der Gallenwege in und außerhalb der Leber
    III  Metastasen von anderen Primärtumoren 
 

  c. Gallensteine


4. Bauchspeicheldrüse

  a. Akute und chronische Entzündungen
  b. Gut- und bösartige Tumore


5. Milz 

  a. Veränderungen im Zusammenhang mit Erkrankungen des Blutes
 

6. Schilddrüse

  a. Gutartiger Kropf
  b. Bösartige Tumore der Schilddrüse
  c. Überfunktion der Schilddrüse
  d. Entzündliche Erkrankungen
 

7. Nebenschilddrüse 

  a. Überfunktion als eigenständige Krankheit
  b. Überfunktion bei Dialysepatienten
 

8. Nebenniere

  a. Gut- und bösartige Tumore der Nebenniere
  b. Hormonstörungen
 

9. Bauchwand

  a. Bauchwandbrüche der Leiste, des Nabel und sog. Narbenbrüche nach   Voroperationen.
     
     

Unsere Abteilung ist eingebettet in das Chirurgische Zentrum, bestehend aus dem Bereich der Gefäßchirurgie, dem Bereich der Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie und unserer eigenen Abteilung, und dem Gesamtklinikum mit insgesamt 21 weiteren Hauptabteilungen. Das Klinikum ist das einzige Haus der Maximalversorgung in Schwaben und das Leistungsspektrum in der Patientenversorgung unterscheidet sich nicht von dem einer deutschen Universitätsklinik. Ohne Einschränkung wird hier Spitzenmedizin angeboten. Durch die Angliederung an die Ludwig-Maximilians-Universität in München ist gewährleistet, dass unser Haus und unsere Abteilung zeitnah und uneingeschränkt am medizinischen Fortschritt teilnehmen und diesen auch durch entsprechend klinisch-wissenschaftliche Aktivitäten aktiv mit gestalten kann.

Ein besonderer Schwerpunkt unserer operativen Tätigkeit ist die Anwendung und Weiterentwicklung der sog. Schlüsselloch-Chirurgie, d. h. operativer Eingriffe unter Verzicht auf große Bauchschnitte, die neben den kosmetischen Vorteilen deutlich weniger belastend für den Patienten sind. Ganz besonders seien hier die Operationen bei Gallensteinen, die Behandlung des medikamentös nicht beherrschbaren Sodbrennens, die Blinddarmentzündung, die Entfernung der Milz bei Blutkrankheiten sowie die verschiedensten gut- und bösartigen Erkrankungen des Dick- und Mastdarms genannt. In ausgewählten Fällen werden auch Leistenbrüche in Schlüsselloch-Technik operiert.
Hinweisen möchten wir auch auf unsere OP-Technik bei Erkrankungen der Schilddrüse, die modernsten Empfehlungen folgt. So wird bei uns routinemäßig eine 2-3fach vergrößernde Lupenbrille und ein sog. Neuromonitoring des Stimmbandnerven (Überprüfung der Stimmbandfunktion während der Operation) verwendet, wodurch das Risiko der Verletzungen der Stimmbandnerven gesenkt wird.

Bei der Großzahl der Eingriffe am Verdauungstrakt verfolgen wir eine Strategie, die in den letzten Jahren unter dem Begriff „Fast Track“ insbesondere nach Eingriffen am Dickdarm Eingang in die medizinische Terminologie gefunden hat. Nun, was heißt „Fast Track“? Übersetzt aus dem Englischen bedeutet es „Schnelle Schiene“ und soll durch spezifische Maßnahmen vor, nach und auch während der Operation es ermöglichen, den Patienten schnellst möglich wieder in sein Alltagsleben und seine berufliche und private Aktivität zurückzuführen. Die wesentlichen Säulen dabei sind:

1. Verwendung der Schlüsselloch-Chirurgie oder besonders günstiger, kleiner Schnittführungen
2. Kontinuierliche Schmerztherapie über einen Rückenmarkskatheter
3. weitgehender Verzicht auf Wunddrainagen und Magenschlauch
4. frühzeitige Ernährung beginnend bereits am Tag der Operation und rascher Kostaufbau innerhalb der ersten 2-5 Tage nach Eingriffen am Verdauungssystem
5. intensivierte Atemtherapie und körperlicher Wiederaufbau in den ersten Stunden bis Tagen nach der Operation

Für alle Patienten mit bösartigen Erkrankungen möchten wir auch darauf hinweisen, dass am Klinikum das Augsburger Tumorzentrum angesiedelt ist. Daran beteiligen sich alle klinischen und theoretischen Einrichtungen, die in irgendeiner Weise in die Behandlung von Krebspatienten eingebunden sind, vorzugsweise in Abhängigkeit der Häufigkeit von Krebserkrankungen in den verschiedenen Fachdisziplinen die Chirurgie, die Gastroenterologie (III. Medizinische Klinik), die medizinische Onkologie (II. Medizinische Klinik), die Strahlentherapie, die Nuklearmedizin, die Gynäkologie, die Urologie, Radiologie und schließlich die Pathologie. Dreimal wöchentlich werden in einer sog. interdisziplinären Tumorkonferenz unter Beteiligung der maßgeblichen Fachdisziplinen komplexe Fälle von Krebserkrankungen besprochen und Therapiestrategien festgelegt, wobei durch Anwendung aus einer Kombination verschiedener Behandlungsmöglichkeiten (z. B.: Operation und Chemotherapie und ggf. auch Strahlentherapie) best mögliche Heilungserfolge erzielt werden sollen. Dabei werden aktuellste Forschungsergebnisse berücksichtigt und modernste Therapieverfahren angewandt.
Selbstverständlich vermitteln wir Ihnen auch die Möglichkeit sich bei komplexer Sachlage eine Zweitmeinung einzuholen.

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesen Ausführungen gut verständliche Informationen an die Hand gegeben haben, die es Ihnen ermöglichen sich vertrauensvoll zur Behandlung in unsere Klinik zu begeben.