Operative Antirefluxtherapie (Fundoplikatio)
Wer profitiert von einer Operation und wann ist der beste Operationszeitpunkt?
Anhand verschiedener Kriterien wird abgewogen, ob ein Patient für eine Operation in Frage kommt. Dies ist für ein gutes postoperatives Ergebnis absolut entscheidend! Deswegen findet vor einem geplanten Eingriff immer ein persönliches Gespräch mit dem Chirurgen statt, bei dem kritisch geprüft wird, ob der Patient von einer Operation profitiert.
Operationsrelevante Kriterien sind:
Typische Symptome der Refluxkrankheit (z.B. Sodbrennen, saures Aufstoßen, Rückfluss von Nahrung in den Mund) bzw. durch Reflux bedingte atypische Beschwerden (chronischer, oft asthmaartiger Husten, Heiserkeit). Zudem sollten die Beschwerden prinzipiell durch die Einnahme von Säurehemmern gebessert werden. Dies ist jedoch insbesondere beim Volumenreflux unzureichend, da die Säure zwar medikamentös neutralisiert wird, jedoch weiterhin Mageninhalt bis in den Mund hochlaufen kann. Nebenwirkungen der Säuremedikamente können ebenfalls der Grund sein, ein operatives Therapieverfahren zu wählen. Bei der pH-Metrie sollte der Säurereflux unzweifelhaft messbar sein. Neuerdings kann auch beim nicht-sauren bzw. galligen Reflux der zurückfließende Mageninhalt mit der Impedanz-Methode nachgewiesen werden. Größere Voroperationen im Oberbauch und speziell am Magen können ebenfalls Einfluss auf die Wahl der Therapie haben.
20-30% der Normalbevölkerung weisen gelegentliche Refluxepisoden auf, ohne die Kriterien einer Refluxkrankheit zu erfüllen. Oft bessern sich die Beschwerden spontan, weswegen vor einer Fundoplikatio eine mindestens halbjährige konservative Therapie stattfinden sollte.
Beim so genannten Barrett-Ösophagus muss im Einzelfall entschieden werden, ob eine Fundoplikatio vorgenommen wird.
Ist bereits eine bösartige Entartung der Speiseröhre eingetreten, gelten die Kriterien der radikalen Tumorchirurgie.
Folgende Untersuchungen sind vor einem operativen Refluxeingriff zwingend erforderlich:
-
Gezielte Erhebung der individuellen Krankengeschichte
-
Bestimmung des gastrointestinalen Lebensqualitätsindexes (öffnet in einem neuen Fenster)
-
Magenspiegelung („Jeder Refluxpatient sollte mindestens einmal im Leben gastroskopiert werden“)
-
Objektive Messung des Säurerefluxes mittels (ambulanter) 24-Stunden pH-Metrie
-
Messung des Druckes des unteren Speiseröhrenschließmuskels und der Beweglichkeit der Speiseröhre (Manometrie)
-
Bei Verdacht auf einen „upside-down-Magen“ (= Verlagerung des Magens in den Brustraum): radiologische Bildgebung mittels Kontrastmittelschluck
Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihren persönlichen Lebenqualitätsindex auszufüllen.




Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihren persönlichen Lebenqualitätsindex auszufüllen.