Medikamentöse Therapie
Ziel der medikamentösen Refluxtherapie ist eine Hemmung der Magensäureproduktion. Eingesetzt werden vor allem so genannte Protonenpumpenhemmer (PPI), H2-Rezeptorantagonisten und Antazida. Antazida neutralisieren die von den Drüsen bereits abgesonderte Magensäure, sollten jedoch nicht längerfristig eingenommen werden, da der Magen nach einiger Zeit mit einer Steigerung der Säureproduktion auf sie reagiert.
Zahlreiche Studien konnten belegen, dass PPI den H2-Rezeptorantagonisten und Antazida bei Heilungsgeschwindigkeit, Symptombefreiung und Langzeittherapie sowohl der erosiven, als auch der nicht-erosiven Refluxkrankheit überlegen sind (Evidenzgrad Ia).
Die Behandlungsstrategie der medikamentösen Refluxtherapie erfolgte lange Zeit nach dem so genannten Step-up-Prinzip: beginnend mit Antazida wurden bei unzureichender Wirksamkeit H2-Rezeptorantagonisten und schließlich niedrig und hochdosierte PPI verabreicht. Dies war neben einer langen Therapiedauer mit verzögerter Schmerzbefreiung und Heilung der Speiseröhrenentzündung verbunden.
Erheblich effektiver ist eine Therapie nach dem Step-down-Prinzip. Hier wird bei entsprechenden Beschwerden sofort eine kurzfristige hochdosierte Behandlung mit PPI begonnen und dann die Dosis schrittweise reduziert. Gegebenenfalls erfolgt eine Langzeitbehandlung mit niedrig dosierten PPI. Der Vorteil liegt in einem raschen Therapieerfolg bei kurzer Behandlungsdauer und akzeptablem Nebenwirkungsprofil. Auch unter Kosten-Nutzen-Aspekten ist dieses Therapieverfahren zu überlegen.
Bei unzureichender Wirksamkeit unter PPI-Standarddosis wird die Dosis erhöht. Alternativ ist hier die Operation zu erwägen.



