Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie

Malignes Melanom, andere Hauttumore

Die Inzidenz des Malignen Melanoms stieg in den vorangegangenen 10 Jahren weltweit jährlich zwischen 3 und 7 %. Im Gegensatz zur steigenden Inzidenz hat die Mortalität abgenommen. Dies wird nicht durch verbesserte Therapiekonzepte erklärt, sondern durch einen erhöhten Anteil an diagnostizierten Malignen Melanomen im Frühstadium.

Risikofaktoren
 

Neben konstitutionellen Faktoren wie z. B.

  • einer hohen Anzahl von Muttermalen
  • blondes oder rotes Haar, blaue Augen, Sommersprossen
  • oder eine erblichen Veranlagung (familiär gehäuftem Auftreten von Melanomen)

werden für die Zunahme der Hautkrebserkrankungen zusätzlich äußere Risikofaktoren verantwortlich gemacht:

  • intensive wiederholte Sonnenexposition
  • 5 und mehr schmerzhafte Sonnenbrände vor dem 15. Lebensjahr
  • Bräunungsstudioexposition (Sonnenbetten, usw.)

 

Entstehung


Das Maligne Melanom ist ein bösartiger Tumor, der durch Mutation der Melanozyten (pigmentbildende Zellen) entstehen kann. Es kommt zunächst zu einer Dysplasie, d. h. einer vermehrten Zellteilung, in der die Differenzierung der Zellen zunehmend weniger erreicht wird. Aus einer solchen Dysplasie entwickelt sich ein hochmaligner und früh zu Metastasierung neigender Tumor. Deshalb ist die Früherkennung besonders wichtig und die rechtzeitige operative Entfernung die Therapie der Wahl.


Früherkennung

Zur optischen Früherkennung ist die ABCDE-Regel hilfreich:

  • Asymmetrie des Aufbaus
  • Begrenzung unregelmäßig
  • Colorit (Farbe) inhomogen
  • Durchmesser > 5 mm
  • Elevation, Stufenbildung randwärts

Therapie

Die vollständige Exzision des Melanoms mit einem von der Tumordicke abhängigen Sicherheitsabstand sollte die Grundlage einer jeglichen Behandlung darstellen.
Bei klinisch unauffälligen lokalen Lymphknoten erfolgt zunächst eine Sentinel Lymphknoten Entfernung. Ist dieser tumorbefallen bzw. liegt bereits eine klinische Lymphknoten-Metastase vor, ergibt sich die Indikation für eine radikale, therapeutische Lymphknoten-Ausräumung.
Bei isolierten lokalen bzw. regionären Metastasen ist die Exzision die Behandlung der Wahl.
Eine chirurgische Resektion sollte für isolierte Melanom-Metastasen in Lunge, Hirn und Peritonealhöhle in Betracht gezogen werden.