Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie

Brustwiederaufbauplastik nach Karzinom


Behandlungsziel ist die Wiederherstellung einer in Form,Größe und Lage zur Gegenseite symmetrische Brust, die Korrektur bestehender infraclaviculärer und axillärer Substanzdefekte und die Rekonstruktion einer Brustwarze.
Hierfür stehen uns von plastisch-chirurgischer Seite verschiedene rekonstruktive Optionen zur Verfügung. Die Operationstechniken unterscheiden sich im wesentlichen darin, ob autologes Gewebe oder prothetisches Material verwandt wird.

 

Expander und Implantate

 Operationsverfahren

Ziel 

 Wiederaufbau mit prothetischem Material  Brustsymmetrie 
 Wiederaufbau mit körpereigenem Material  Defektkorrektur
 Mamillenrekonstruktion  Nipple-/Areolakomplex


Liegt ausreichend Haut für einen primären Brustwiederaufbau vor, so wird als Volumenersatz lediglich ein Implantat eingelegt.
Bei fehlendem Haut-/Weichteilmantel ist zunächst die Verwendung einer sogenannten Expanderprothese unumgänglich. Durch schrittweises Auffüllen dieses Implantates wird die umliegende Haut schrittweise gedehnt, so daß sich eine befriedigende ptotische Brustform erzielen läßt.
Der Expander wird abschließend durch ein definitives Brustimplantat ersetzt. Bezüglich Füllmaterial (Silikon, Kochsalz), Größe, Form und Oberflächenstruktur bieten sich hierfür unterschiedliche Fabrikate an. Durch oberflächenstrukturierte Hüllen, die mittlerweile bei allen Implantattypen erhältlich sind, ließ sich die Kapselfibroserate (Verhärtung) im Vergleich zu den glattwandigen Prothesen von 30% auf 5-10% senken.

   
 Oberflächenstrukturierte Expanderprothese  Oberflächenstrukturierte Expanderprothese

Der Vorteil eines Brustwiederaufbaus mit Expandern besteht hauptsächlich darin, daß ohne zusätzliche Narben mit der ortständigen sensiblen Haut gute Ergebnisse erzielt werden können.
Beckerprothesen, eine Sonderform der Expanderprothesen lassen sich durch Entfernung des externen Auffüllventils mühelos in ein endgültiges Implantat umwandeln und ersparen den Patientinnen somit einen zusätzlichen operativen Eingriff.

 

Vorteile  Nachteile 
kein Hebedefekt  zwei Operationen notwendig
keine zusätzliche Narbe viele amb. Konsultationen
erhaltene Sensibilität  kosmetischer Defekt während Überdehnung
Hautfrabe und Hauttextur Fremdkörper, unnatürliche Brustform
kleine Operation  

  

Wiederaufbau mit Eigengewebe

 

1. Thoraco-epigastrischer Lappen

Der thoraco-epigastrische Lappen, vaskulär versorgt über einen Seitenast der Art. epigastrica superior, verwendet überschüssige Haut im Oberbauchbereich. Nach Mobilisierung kann er insbesondere bei schräg verlaufender Ablationarbe mühelos in die Defektzone eingeschwenkt werden. Die Verwendung einer zusätzlichen Prothese zum Volumenausgleich läßt sich in der Regel jedoch nicht vermeiden.

 

2. Latissimus-dorsi-Lappen

Fehlende Pectoralismuskulatur (nach radikaler Mastektomie) und strahlengeschädigte Thoraxwandhaut sind das Einsatzgebiet des Latissimus-dorsi-Lappens. Zusammen mit einer Hautinsel wird der gesamte Rückenmuskel mobilisiert und subcutan in die Thoraxregion verlagert. Trotz sicherer Gefäßversorgung und guter kosmetischer Endergebnisse bleibt zu bedenken, daß es sich um ein aufwendiges Operationsverfahren handelt, das eine Narbe am Rücken zurückläßt und u.U. eine störende Textur und Pigmentierung im Bereich der mitverlagerten Hautspindel aufweist.

 

 

 

3. TRAM-Flap


Eine Mamma-Rekonstruktion mit ausschließlicher Verwendung von Eigengewebe ermöglich der Unterbauch-Hautlappen (TRAM-flap). Bei entsprechendem Gewebsüberschluß im Abdominalbereich kann dieser zusammen mit Anteilen der Rectusmuskulatur in die Thoraxregion transponiert und hier zu einer neuen Brust modelliert werden. Das Verfahren ermöglicht die Schaffung einer jeglichen Brustform, was eine ansonsten notwendige Angleichung der kontralateralen Brust überflüssig macht. Voraussetzung ist eine suffiziente Durchblutung des Lappens über die betreffenden Perforansgefäße, womit starker Nikotin-Abusus, Diabetes mellitus sowie vorangegangene ausgedehnte Bauchwand-Eingriffe eine Kontra- Indikation für diese Vorgehensweise darstellen.
TRAM-Flap:

   
 Präparation  Rekonstruktionsergebnis

 

4. Freier Gewebelappen: (z.B. aus der Glutealregion)

 

Mamillenrekonstruktion


Den Abschluß einer jeden Brustrekonstruktion stellt das Aufsetzen der Mamille dar, die aus dem geschaffenen Brusthügel erst eine Brust werden läßt. Aus einem Transplantat der Gegenseite oder unter Verwendung lokaler Hautlappen läßt sich der Nipple, durch stärker pigmentierte Vollhaut-Transplantate der Inguinalregion die Areola rekonstruieren.

   
Areola-Rekonstruktion  Rekonstruktionsergebnis