Konservative Behandlung der morbiden Adipositas
Für die konservative Behandlung stehen 4 Ansätze zur Verfügung:
Ernährung:
Es gibt die verschiedensten Ansätze, wie man über Diäten Gewicht verlieren kann. Diese hier in vollem Umfang darzustellen ist sicherlich nicht möglich. Grundsätzlich geht es bei allen Diäten darum, die Kalorienzufuhr zu vermindern. Man kann dies z.B. durch Reduzierung des Fett- oder Zuckeranteils, durch kohlenhydratarme oder proteinreiche Kost oder einfach durch „FDH-Diät" erreichen. Es hat sich aber gezeigt, dass nach den meisten dieser Diäten eine rasche wieder Zunahme des Gewichts erfolgt. Langfristig wirksam ist unserer Meinung nach nicht eine kurzfristige, strenge Diät, sondern die grundsätzliche Änderung der Ernährungsgewohnheiten - für immer!!
Bewegung:
Nimmt man durch Sport ab? Die Frage klingt banal und leicht zu beantworten: natürlich nimmt man ab, wenn man mehr Kalorien durch Bewegung verbrennt. Das kann richtig sein, wenn man sich nicht nach oder während dem Sport eine hohe Kalorienzahl zuführt, z.B. durch Energiedrinks oder die Schokolade zur Belohnung. Sport ist vor allem auch wichtig, um das endlich erreichte Wunschgewicht zu halten. Muskeln verbrennen auch in Ruhe deutlich mehr Kalorien als Fettgewebe. D.h., dass der Grundumsatz (also der Kalorienverbrauch eines Menschen in Ruhe) bei einem muskulösen Menschen mit 90kg Körpergewicht höher liegt, als bei einem Menschen mit ebenfalls 90kg bei weniger Muskelmasse und einem höheren Fettanteil. Der Muskulöse kann also mehr essen ohne zuzunehmen als der Unsportliche.
Medikamente:
Es können verschiedene Medikamente zur Behandlung der Adipositas verwendet werden. Ab einem BMI über 30kg/m² oder wenn der BMI zwischen 25-30 liegt und entsprechende Begleiterkrankungen vorliegen, sollte eine medikamentöse Therapie erwogen werden.
Xenical (=Orlistat): Orlistat hemmt die Fettverdauung im Darm. Dadurch werden gegessene Fette teilweise unverdaut wieder ausgeschieden.
Reductil (=Sibutramin): Reductil führt zu einem schnelleren und intensiveren Sättigungsgefühl und schränkt dadurch die Nahrungsaufnahme ein.
Acomplia(=Rimonabant): Rimonabant ist ein CB1-Rezeptorblocker. Er blockiert die Wirkung eines Endocannabinoidrezeptors im Fettgewebe und im Gehirn, welcher die Signale des Hungers vermittelt.
Alle Medikamente haben leider auch unterschiedliche Nebenwirkungen und können in vielen Fällen nicht angewendet werden. Welches für Sie in Frage kommt, müssen Sie mit Ihrem Arzt besprechen. Im Durchschnitt werden nach einem Jahr zwischen 2-5 kg abgenommen.
Wer sich ausführlicher zu diesem Thema informieren möchte, kann z.B. auf der Internetseite www.adipositas-online.de nachlesen.
www.adipositas-online.de/Medikamentoese_Behandlung.htm
Verhaltenstherapie:
Eine Verhaltenstherapie umfasst nicht (oder zumindest nicht nur) die Ernährungsumstellung an sich. Es geht viel mehr darum zu erkennen, in welchen Situationen man sich falsch ernährt und warum. Wenn man z.B. isst, weil man gerade Stress im Job hat, kann man mit Hilfe eines Verhaltenstherapeuten üben, was man außer essen machen kann, wenn man im Stress ist. Man lernt also Strategien, wie man ohne Essen den Stress (oder auch Traurigkeit, Wut...) bewältigen kann.
Leider sind bei vielen Menschen alles diese 4 Säulen nicht langfristig erfolgreich. Es gibt immer wieder solche, die vielfache Diätversuche, Ernährungsberatungen, Verhaltenstherapien und medikamentöse Therapien hinter sich haben und immer noch oder auch wieder stark übergewichtig sind. Für diese Patienten kommt häufig nur noch die Operation in Frage.


