Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie

Aortenchirurgie

Die Körperhauptschlagader ("Aorta") beginnt am Ausgang der linken Hauptkammer ("Ventrikel") und ist von diesem durch die Aortenklappe getrennt. Die "Aorta" setzt sich zusammen aus dem aufsteigenden Teil, dem Bogen mit einer 180º-Drehung ("Aortenbogen") und dem absteigenden Teil, der sich bis zu der Aufzweigung in die Beckenarterien fortsetzt. Wie alle Blutgefäße des menschlichen Körpers besteht die Wand der Hauptschlagader aus drei verschiedenen Schichten. 

Erkrankungen der AortaAorta

Es gibt verschiedene Erkrankungen, bei denen der Aufbau der Wandschichten verändert ist - zum Beispiel beim Marfan-Syndrom, einer degenerativen Erkrankung des Bindegewebes. Durch einen schlecht eingestellten Bluthochdruck kann es zu einer deutlich höheren Belastung der Gefäßwand kommen. Man unterscheidet zwischen einer Erweiterung der Körperhauptschlagader ("Aneurysma") und einem Einriss von Teilen der Gefäßwand ("Aortendissektion"). Beide Erkrankungen bedürfen immer einer Operation, wenn der aufsteigende Teil der Schlagader und/oder der Aortenbogen betroffen sind. Ist nur der absteigende Teil betroffen, kommen häufig auch andere Behandlungsmöglichkeiten in Betracht und eine Operation ist oftmals nicht notwendig. 

 

 

Aortenaneurysma

Bei einem "Aneurysma" kommt es zu einer Ausdünnung der Gefäßwand und dadurch zu einer Zunahme des Gefäßdurchmessers. Man muss diesen Befund regelmäßig kontrollieren lassen. Bei einer deutlichen Größenzunahme auf einen Durchmesser von mehr als 5 cm sollte dieser Teil der Schlagader ersetzt werden, da es sonst zu einem Einriss der Wandschichten kommen kann.

Aortendissektion

Bei einer "Aortendissektion" handelt es sich um eine akute, lebensbedrohende Erkrankung, bei der es zu einem Einriss eines Teils der Gefäßwand kommt. Die häufigste Ursache dieser Erkrankung in Mitteleuropa ist ein schlecht eingestellter Bluthochdruck. Als Folge des Einrisses kann sich das Blut neben dem normalen Weg durch die Schlagader einen zweiten Weg zwischen den Wandschichten suchen, was wiederum weitere Einrisse verursachen kann. Ohne eine Operation führt diese Erkrankung in 90 % der Fälle innerhalb der ersten Woche zum Tode, da es im Verlauf zu einer kompletten Zerreissung aller Wandschichten kommt und der Patient innerlich verblutet. Hier ist also eine rasche Diagnosestellung mit sofortiger Operation unabdingbar.
Wir sind an das im August 2006 eingeführte nationale Register Aortendissektion angeschlossen, aus dem kürzlich hervorging, dass bis dato ca. 10 % der deutschlandweit registrierten Dissektionen in Augsburg versorgt wurden. So werden uns Patienten mit diesem Krankheitsbild per Hubschrauber aus ganz Süddeutschland zur Notoperation zuverlegt.

Operations – Prinzipien

Die Länge der zu ersetzenden Schlagader richtet sich nach der Ausdehnung der Erkrankung. Bei der Operation wird das betroffene Stück durch eine Gefäßprothese ersetzt. In vielen Fällen ist  die Aortenklappe durch eine begleitende Undichtigkeit mitbetroffen und muss ebenfalls ersetzt oder rekonstruiert werden. Bei allen Operationen, die den aufsteigenden Teil der Schlagader oder den Aortenbogen betreffen, wird die Herz-Lungen-Maschine ("HLM") eingesetzt. Während deren Einsatz wird der gesamte Körper abgekühlt, um so einen besseren Schutz aller wichtigen Organe und des Gehirnes zu erreichen. Ist es zu einem Einriss der Gefäßwand gekommen, so wird für eine kurze Zeit der gesamte Kreislauf angehalten, damit man auch den Aortenbogen mit den hirnzuführenden Blutgefässen von innen auf Unversehrtheit untersuchen kann. 

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