Aortenchirurgie
Erkrankungen der Aorta
Es gibt verschiedene Erkrankungen, bei denen der Aufbau der Wandschichten verändert ist - zum Beispiel beim Marfan-Syndrom, einer degenerativen Erkrankung des Bindegewebes. Durch einen schlecht eingestellten Bluthochdruck kann es zu einer deutlich höheren Belastung der Gefäßwand kommen. Man unterscheidet zwischen einer Erweiterung der Körperhauptschlagader ("Aneurysma") und einem Einriss von Teilen der Gefäßwand ("Aortendissektion"). Beide Erkrankungen bedürfen immer einer Operation, wenn der aufsteigende Teil der Schlagader und/oder der Aortenbogen betroffen sind. Ist nur der absteigende Teil betroffen, kommen häufig auch andere Behandlungsmöglichkeiten in Betracht und eine Operation ist oftmals nicht notwendig.
Aortenaneurysma
Bei
einem "Aneurysma" kommt es zu einer Ausdünnung der Gefäßwand und
dadurch zu einer Zunahme des Gefäßdurchmessers. Man muss diesen Befund
regelmäßig kontrollieren lassen. Bei einer deutlichen Größenzunahme auf einen
Durchmesser von mehr als
Aortendissektion
Bei
einer "Aortendissektion" handelt es sich um eine akute,
lebensbedrohende Erkrankung, bei der es zu einem Einriss eines Teils der
Gefäßwand kommt. Die häufigste Ursache dieser Erkrankung in Mitteleuropa ist
ein schlecht eingestellter Bluthochdruck. Als Folge des Einrisses kann sich das
Blut neben dem normalen Weg durch die Schlagader einen zweiten Weg zwischen den
Wandschichten suchen, was wiederum weitere Einrisse verursachen kann. Ohne eine
Operation führt diese Erkrankung in 90 % der Fälle innerhalb der ersten Woche
zum Tode, da es im Verlauf zu einer kompletten Zerreissung aller Wandschichten
kommt und der Patient innerlich verblutet. Hier ist also eine rasche Diagnosestellung
mit sofortiger Operation unabdingbar.
Wir
sind an das im August 2006 eingeführte nationale Register Aortendissektion
angeschlossen, aus dem kürzlich hervorging, dass bis dato ca. 10 % der
deutschlandweit registrierten Dissektionen in Augsburg versorgt wurden. So
werden uns Patienten mit diesem Krankheitsbild per Hubschrauber aus ganz
Süddeutschland zur Notoperation zuverlegt.
Operations – Prinzipien
Die
Länge der zu ersetzenden Schlagader richtet sich nach der Ausdehnung der
Erkrankung. Bei der Operation wird das betroffene Stück durch eine
Gefäßprothese ersetzt. In vielen Fällen ist die Aortenklappe durch eine begleitende
Undichtigkeit mitbetroffen und muss ebenfalls ersetzt oder rekonstruiert werden.
Bei allen Operationen, die den aufsteigenden Teil der Schlagader oder den
Aortenbogen betreffen, wird die Herz-Lungen-Maschine ("HLM")
eingesetzt. Während deren Einsatz wird der gesamte Körper abgekühlt, um so
einen besseren Schutz aller wichtigen Organe und des Gehirnes zu erreichen. Ist
es zu einem Einriss der Gefäßwand gekommen, so wird für eine kurze Zeit der
gesamte Kreislauf angehalten, damit man auch den Aortenbogen mit den
hirnzuführenden Blutgefässen von innen auf Unversehrtheit untersuchen kann.



