Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde (HNO)

Schluckstörungen

Nach Operationen im Bereich des Mundes oder des Rachens kann es zu Schluckstörungen kommen. Anzeichen für eine Schluckstörung (Dysphagie) können z.B. Husten nach der Nahrungsaufnahme, Nahrungsreste im Mund- und Rachenbereich, unklares Fieber oder ein belegter Stimmklang sein.

Der Schluckakt wird in der Regel in vier Phasen unterteilt:

Vorbereitende Phase (Kauphase, unwillkührlich):

Die Lippen schließen, durch Beißen und Kauen wird die Nahrung zerkleinert und mit Speichel vermischt

Störungsmöglichkeiten:

ungenügender Lippenschluß, eingeschränkte Sensisibilität, Zahndefekte, schwache Wangenmuskulatur

Orale Phase (willkührlich):

Dauert 1-1,5 Sekunden, durch Aufbau des Wangentonus entsteht ein negativer Sog, Auslöung des Schluckreflexes, dabei entsteht ein velopharyngealer Abschluß (zwischen Gaumensegel und Rachenhinterwand)

Störungsmöglichkeiten:
Verzögerter oder fehlender Schluckreflex, Gaumensegelschwäche/lähmung

Pharyngeale Phase (unwillkührlich):

Dauert ca. 1 Sekunde und beginnt direkt nach Auslösung des Schluckreflexes, Kehlkopfhebung nach vorne/oben, dadurch Verschluß des Kehlkopfes auf drei Ebenen (der Kehldeckel schließt den Eingang zur Luftröhre, Taschenfalten und Stimmlippen schließen), durch peristaltische Bewegungen des Pharynx (Rachens) und durch das Öffnen des oberen Ösophagussphinkters gelangt die Nahrung in den Ösophagus (Speiseröhre).

Störungsmöglichkeiten:
fehlender Verschluß des Kehldeckels, der Taschenfalten oder der Stimmlippen, eingeschränkte pharyngeale Peristaltik, Dysfunktion des oberen Ösophagusspinkter, d.h. der Ösophagusspinkter öffnet zu spät/früh oder gar nicht.

Ösophageale Phase (unwillkührlich):

Dauert ca. 4-8 Sekunden, durch peristaltische Wellen im Bereich der Speiseröhre und Öffnung des unteren Ösophagussphinkters gelangt die Nahrung in den Magen. Gleichzeitig richtet sich der Kehldeckel wieder auf, das Zungenbein und der Kehlkopf senken sich, Umstellung auf die Atmung

Störungsmöglichkeiten:
eingeschränkte Peristaltik, Narben(z.B. nach Bestrahlung) oder Verengungen (Stenosen), der untere Ösopgussphinkter öffnet nicht/zu spät.

Schluckstörungen können je nach Ort und Art der Schädigung in allen vier Phasen auftreten.Inhalte der logopädischen Therapie sind z.B. das Erlernen von Schlucktechniken, Übungen zur Förderung von Lippen- und Zungenmuskulatur, Übungen zur Reflexstimulation sowie das Anpassen der Nahrungskonsistenz an die jeweiligen Probleme.