Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalte
Kommt ein Kind mit Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalte auf die Welt ergeben sich daraus zunächst Probleme für das Trinken, Essen und die Atmung, später jedoch auch für die Entwicklung des Gebisses und der Sprache. Da die Spalte individuell unterschiedlich ausgeprägt ist, können Lippe, Kiefer, Gaumen auf einer oder beiden Seiten fehlgebildet sein.
Ursachen
Genetisch bedingt, intrauterin erworben (Viruserkrankungen der Mutter, Sauerstoffmangel, toxische Schäden), in Kombination mit abweichendem Chromosomensatz.
Symptome
Bei Säuglingen gibt es Ernährungsschwierigkeiten, nach der Geburt wird daher eine Trinkplatte eingesetzt. Durch Abdichtung von Mund- und Nasenhöhle kann der für den Saugreflex notwendige Unterdruck beim Trinken erzeugt werden. Die Abdichtung ermöglicht außerdem die Umstellung auf die Mundatmung. Zudem ist eine normale Bildung der meisten Laute an der richtigen Artikulationsstelle nicht möglich, fast alle Konsonanten können nicht gebildet werden. Ebenfalls betroffen ist der Sprachklang, das offene Näseln ist neben einer Sprachentwicklungsstörung das führende Symptom bei einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte. Weitere mögliche Symptome sind Stimmstörungen (z.B. durch Kompensation der mangelnden Artikulation durch Lautstärke) sowie Hörstörungen (Mittelohrerguß, Tubenfunktionsstörungen).
Logopädische Therapie
Nach dem operativen Verschluß der Lippen -,Kiefer-Gaumenspalte sollte ca. ab dem 3. Lebensjahr mit einer logopädischen Behandlung begonnen werden. Inhalte der Therapie sind:
- Förderung der Motorik und Wahrnehmung, speziell der auditiven Wahrnehmung
- Mundmotorische Übungen für die Zunge und die Lippen, z.B. Blas- und Pusteübungen
- Artikulationstherapie
- Eventuell Stimmübungen
- Verhinderung und Abbau falscher Kompensationen wie z.B. mimische Mitbewegungen



