Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde (HNO)

Sprachentwicklungsstörungen

Ball fliegen Zaun, Kind weinen

Bei einer Sprachentwicklungsverzögerung liegt eine nicht altersgemäße Entwicklung in den Bereichen Grammatik/Syntax, Sprachverständnis und Sprachproduktion (Wortschatz) vor. Da die physiologische Sprachentwicklung nicht in fest begrenzten Stufen, sondern fließend verläuft, kann von einer Sprachentwicklungverzögerung erst dann gesprochen werden, wenn eine sprachliche Stufe im Gegensatz zur überwiegenden Mehrzahl gleichaltriger Kinder noch nicht erreicht ist.

Symptome

Im Bereich Grammatik fällt bei sprachentwicklungsverzögerten Kindern häufig auf, daß sie die Verben im Infinitiv gebrauchen und nicht flektieren (ich spielen jetzt). Deutliche Schwierigkeiten gibt es auch oft bei der Verwendung von Akkusativ und Dativ sowie bei der Pluralbildung (die Büchers).
Im Bereich Syntax ist der Satzbau gestört, d.h. es wird keine Subjekt-Prädikat-Objekt Struktur benutzt, die Verbstellung ist zudem überwiegend falsch.
Wenn man einem Kind Aufträge gibt z.B. -lege bitte den grünen Löffel in die rote Tasse-kann man an der Reaktion erkennen, ob es den Inhalt und die Bedeutung des Gesagten verstanden hat. Hat es damit Schwierigkeiten, deutet das auf eine Störung im Bereich des Sprachverständnisses hin.
Den Wortschatz eines Kindes kann man überprüfen, indem man ihm z.B. Bilder zeigt und diese benennen läßt.

Ursachen

Ursachen für eine Sprachentwicklungsverzögerung können Hörstörungen, auditive Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörungen, Störungen in der visuellen Wahrnehmung, Störungen in der Kognition, Zweisprachigkeit, frühkindlicher Hirnschaden oder ein schwieriges psycho-soziales Umfeld sein.
Durch differenzierte Tests ( z.B. Psycholinguistischer Entwicklungstest, Heidelberger Sprachentwicklungstest, Reynell-Test ) wird in der logopädischen Diagnostik untersucht, in welchen sprachlichen Bereichen das Kind Schwierigkeiten hat.

Therapie

Die Logopädie orientiert sich in der Therapie am normalen kindlichen Spracherwerb und versucht ihn in der Behandlung nachzuvollziehen. So wird z.B. der Wortschatz durch die Arbeit in semantischen Feldern erweitert (z.B. Fahrzeuge, Spielsachen, Kleidung etc.), zunächst mit Realgegenständen und später mit Bildern. Grammatische und syntaktische Strukturen werden im Spiel erarbeitet, in dem die Zielstrukturen immer wieder vom Therapeuten benannt und wiederholt werden.
Der Erfolg der logopädischen Therapie hängt von der Ursache, dem Schweregrad der Störung aber auch sehr stark von der Unterstützung der Eltern ab.