Reflux-Diagnostik im Ösophagus
pH-Metrie (chemische Refluxmessung)
Prinzip: Messung der Säure in der Speiseröhre und Magen
Indikationen
- V.a. gastroösophagealen Reflux bei nicht-erosiver Refluxkrankheit
- Brustschmerz unklarer Genese
- V.a. extraösophageale Komplikation der Refluxkrankheit (Husten, Bronchitis, Laryngitis)
- Dokumentation einer Refluxkrankheit vor geplanter Antirefluxoperation
- Dokumentation einer ausreichenden Säuresuppression im Ösophagus oder Magen unter Therapie mit Protonenpumpenhemmern
- Nachweis einer Anazidität im Magen
Vorbereitung
Mindestens sechsstündige Nüchternperiode
Absetzen aller säuresupprimierenden Medikamente (Protonenpumpenhemmer 5 Tage zuvor absetzen) und motilitätsbeinflussenden Medikamente (wie Metoclopramid, Domperidon, Kalziumanatgonisten, Nitrate)
Methodik
Einlage einer Sonde durch die Nase in die Speiseröhre. Die an der Spitze sitzende Antimonelektrode wird 5 cm oberhalb des unteren Ösophagussphinkters platziert. Die gewonnen Daten werden in einem mit der Sonde verbundenen Datenträger abgespeichert und später in einen Computer überspielt.
Alternativ können wir eine sondenlose Messung des pH in der Speiseröhre anfertigen (BRAVO-System). Hier wird der Sensor in der Speiseröhre für einige Tage verankert und die Daten per Funk an einen Datenrekorder übermittelt.
Bestimmt werden u.a. die Zeit, in der der pH in der Speiseröhre unter 4 liegt, und die Zahl der Refluxepisoden. Die Messzeit beträgt in der Regel 24 h (bei dem BRAVO-System 48 h)..
Impedanzmessung (physikalische Refluxmessung)
Prinzip: Messung des Volumenrefluxes aus dem Magen in die Speiseröhre
Indikationen:
-
Messung des Refluxes unter säuresupprimierender Therapie (z.B. Protonenpumpenhemmern)
-
V.a. extraösophageale Symptome / Komplikationen unter Therapie
-
Dokumentation einer Refluxkrankheit vor geplanter Antirefluxoperation
Vorbereitung
Mindestens sechsstündige Nüchternperiode
Säuresupprimierenden Medikamente (z.B. Protonenpumpenhemmer) müssen nicht abgesetzt werden.
Methodik
Einlage einer speziellen Sonde durch die Nase in die Speiseröhre. Mittels Ringelektroden (in die Sonde eingearbeitet) werden Änderungen des elektrischen Widerstandes (differiert bei Flüssigkeiten und gasförmigem Reflux) gemessen und daraus auf den Reflux in den Ösophagus geschlossen. Gleichzeitig wird über eine an der Spitze sitzende Antimonelektrode der saure (chemische) Reflux gemessen. wird Die gewonnen Daten werden in einem mit der Sonde verbundenen Datenträger abgespeichert und später in einen Computer überspielt. Bestimmt wirden der Reflux in die Speiseröhre differnziert nach flüssigem oder gasförmigem Inhalt und nach dem Säuregehalt. Wichtig für die Diagnosestellung ist auch die Korrelation von Refluxepisoden und Symptomen (muss im pathologischen Falle > 50% betragen). Die Messzeit beträgt 24 h.



