III. Medizinische Klinik

Ösophagus-Manometrie

Manometrie (HR-Manometry):

Prinzip:

Messung der Bewegungsabläufe in der Speiseröhre

Indikationen:

  • Dysphagie (Schluckstörung) bei Verdacht auf Ösophagusspasmen oder Achalasie (nach Ausschluss einer organischen Erkrankung)
  • Brustschmerzen nicht-kardialer Ursache (non cardiac chest pain)
  • Ösophagusbeteiligung bei Systemerkrankungen (z.B. Kollagenosen)
    vor geplanter Antirefluxoperation

Vorbereitung: 

  • Sechsstündige Nüchternperiode
  • Keine motilitätsbeeinflussenden Medikamente (wie Metoclopramid, Kalziumantagonisten, Nitrate, Pirenzepin)
  • Bildgebende Diagnostik (Endoskopie, Röntgen-Durchleuchtung) bereits durchgeführt

Methodik:

Druckmessung mit wasserperfundiertem Katheter. Seit 2008 führen wir die Untersuchung mit einem hochaufösenden Katheter (HR Manometry) durch, der 20 -22 Messpunkte aufweist. Dadurch ist eine genaue ( = hochauflösende) Aufzeichnung aller in der Speisröhre und im unteren Ösophagussphinkter auftretenden Drucke möglich. Es wird eine  Druckkarte (ähnlich wie im geografischen Atlas) der Speiseröhre angefertigt. Durch eine elektronische Zusammenfassung aller Druckwerte aus dem unteren Ösophagussphinkter wird eine Sleeve-artige Druckaufzeichnung des Schließmuskels möglich; Fehlmessungen durch Verutschen des Katheter werden dadurch verhindert.

 

 

Provokationstest:

Prinzip:

Provokation von pathologischen Ösophagusbewegungsmustern wie z.B. Spasmen durch Gabe von Edrophonium (Tensilon®)

Indikation:

Brustschmerzen nicht-kardialer Genese

Vorbereitung:

  • wie bei stationärer Ösophagusmanometrie
  • Ausschluss einer Durchblutungsstörung des Herzens (koronare Herzkrankheit)
  • Ausschluss eines Asthma bronchiale

Methodik:

Untersuchungsanordnung wie bei stationärer Ösophagus-Manometrie. Es wird während der Untersuchung Edrophonium intravenös verabreicht. Dadurch kommt es zu einer Azetylcholin- Ausschüttung. Und es werden Ösophagus-Spasmen und ösophageal ausgelöste Brustschmerzen provoziert.