Nachrichten aus den Kliniken für Kinder und Jugendliche
14.09.2009Chromosomen entscheiden über das GeschlechtCapito-ABC: Heute geht es in unserem Medizin-ABC um diese langen fadenförmigen Gebilde Was sind Chromosomen? Chromosomen sind lange fadenförmige Gebilde, die aus Eiweißen (das sind die Grundbausteine unserer Zellen) und unserem Erbmaterial, der DNA, bestehen. In jedem Kern unserer Zellen – aus ihnen bestehen wir – findet man 23 Chromosomenpaare, also insgesamt 46 Chromosomen. Von denen sind je zwei gleich. Färbt man Chromosomen an, kann man sie unter dem Mikroskop, einer Art Vergrößerungsglas, betrachten. Je ein Chromosom eines Paares stammt vom Vater, eines von der Mutter.
Welche Funktion hat ein Chromosom? Das 23. Chromosomenpaar legt zum Beispiel das Geschlecht eines Menschen fest. Mädchen besitzen normalerweise zwei X-Chromosomen, Buben nur ein X-Chromosom. Das zweite wird Y-Chromosom genannt.
Kann das X-Chromosom krank sein? Es gibt Krankheiten, bei denen zu viele oder zu wenige X-Chromosomen in den Zellkernen vorhanden sind. Nicht immer sieht man aber auf den ersten Blick, wenn jemand zu viele oder zu wenige X Chromosomen hat. Es gibt auch Krankheiten, bei denen einzelne Erbinformationen auf einem X-Chromosom nicht richtig angelegt sind. So wie bei der Rot-Grün-Blindheit: Wer die hat, kann die Farbe Rot schlechter von der Farbe Grün unterscheiden als „Normalsichtige“. Schlimm ist diese Krankheit aber nicht.
Diese Folge unseres Medizin-ABC hat Ulrike Walden geschrieben. Sie ist Oberärztin an der Klinik für Kinder und Jugendliche des Klinikums Augsburg.
Hier gelangen Sie zum Artikel der Augsburger Allgemeinen vom 14.09.2009
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