Nachrichten aus den Kliniken für Kinder und Jugendliche
31.05.2010Deutliche Spuren hinterlassenProf. Dr. Peter Heidemann ging als Chefarzt der I. Klinik für Kinder und Jugendliche in den Ruhestand - Kinderkrebszentrum, Ambulanzen und zahlreiche Verbesserungen für Patienten Ungewollt in die Verlängerung ging Prof. Dr. Peter Heidemann, der bisherige Chefarzt der I. Klinik für Kinder und Jugendliche. Obwohl er seinen 65. Geburtstag bereits im März gefeiert hatte und zum Monatsende in den Ruhestand verabschiedet worden wäre, kam er zwei weitere Monate wie seit vielen Jahren gewohnt zum Dienst, weil sein Nachfolger, Prof. Dr. Dr. med. Michael Frühwald, erst zum 1. Juni nach Augsburg wechseln konnte. Mit Prof. Heidemann verließ ein Chefarzt das Klinikum, der weithin sichtbare Spuren hinterlassen hat - sowohl intern bei der Versorgung der Patienten als auch öffentlich sichtbar, zum Beispiel beim Bau des Schwäbischen-Kinderkrebszentrums. Nach allen Regeln der ärztlichen Kunst Als Vorsitzender des Verwaltungsrates sagte Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl: „Sie haben Ihre gut 21 Jahre als Chefarzt nicht nur dazu genutzt, die Ihnen anvertrauten Patienten nach allen Regeln der ärztlichen Kunst zu versorgen. Sie haben vielmehr immer wieder neue Ideen entwickelt und diese mit großer Beharrlichkeit vertreten. Denn Ihnen lagen innovative Therapie- und Behandlungskonzepte, eine hervorragende technische Ausstattung und eine umfassende psychosoziale Betreuung der Patienten und ihrer Familien besonders am Herzen." Dazu zählten die kostenfreie Aufnahme eines Elternteils im Patientenzimmer, der Aufbau und die Etablierung der Ambulanzen für Endokrinologie, Neuropädiatrie, Gastroenterologie, Nephrologie, Diabetologie und Onkologie, der Aufbau des Schwäbischen-Kinderkrebszentrums oder auch die Installation des MRT-Gerätes in der Kinderradiologie sowie der Bau der neuen Kinderklinik. Ein Antrieb für diese enormen Aktivitäten, so Dr. Gribl, sei gewesen, dass der Aufenthalt in einem Krankenhaus ein einschneidendes, oft traumatisierendes Erlebnis besonders für Kinder, aber auch für Eltern und Geschwister ist. Daher wollte Prof. Heidemann, wo immer es vertretbar ist, eine ambulante Versorgung ermöglichen und unumgängliche stationäre Aufenthalte so kurz und erträglich wie möglich gestalten. Ein Bittsteller für die gute Sache Um diese Ziele zu erreichen, habe er sich nie gescheut, im Sinne der guten Sache zum Bittsteller zu werden: Ob Privatleute, Schulklassen, Vereine oder Firmen - ihm gelang es, aus zahllosen kleinen, größeren und auch ganz großen Spenden vieles zu finanzieren, das in keinem Topf der öffentlichen Förderung berücksichtigt wird. Dank dieses enormen Engagements können Patienten und ihre Familien auf vielfältige Weise unterstützt werden. So dürfen chronisch kranke Kinder bei Freizeitmaßnahmen ihre oft schweren Einschränkungen vergessen, entstanden Spiel- und Kuschelecken, wachsen Angebote an Büchern, Videos und Spielsachen. Prof. Heidemann leitete eine hochspezialisierte Klinik, die in Fachkreisen einen ausgezeichneten Ruf genießt. „Wenn es schwierig wird, rufen unsere Kollegen aus den Praxen oder anderen Kliniken beim Chef an und fragen um Rat, weil sie wissen, dass er ihnen wirklich kompetent weiterhilft", sagen seine Mitarbeiter. Legendär war sein Bestreben, sich ständig auf dem Stand der Wissenschaft zu halten und ein enormes Pensum an Fachliteratur zu bewältigen. Kein Wunder, dass er seine Klinik selten vor 21.00 Uhr verließ. Dr. Gribl: „Ich kann Sie mit gutem Recht als ein ganz hervorragendes Vorbild für Pflichterfüllung und Hingabe an Ihre Aufgabe bezeichnen."
Ein Trekkingfahrrad gab es für Prof. Peter Heidemann (2. v.l.) von seinen Chefarzt-Kollegen zum Abschied. Von links: Nachfolger Prof. Michael Frühwald, Landrat Martin Sailer und Klinikum-Vorstand Alexander Schmidtke. Foto: Wirth |
zurück



